Die EU investiert in digitale Kompetenzen, KI und Cybersicherheit
Dieses historische Investitionspaket soll den Einsatz entscheidender digitaler Technologien in ganz Europa beschleunigen und Europas technologische Unabhängigkeit stärken – gerade in einer Zeit, in der die digitale Transformation besonders wichtig ist.
Das Arbeitsprogramm, das letzte unter dem aktuellen Mehrjährigen Finanzrahmen (2021–2027), soll zentrale Projekte vom Vorbereitungsstadium in die Umsetzung bringen. Zu den Schwerpunkten gehören der Einsatz von KI, Cloud- und Datentechnologien, Cybersicherheit sowie die Förderung digitaler Fähigkeiten – alles entscheidende Punkte zur Modernisierung öffentlicher Verwaltungen und zur Stärkung von Unternehmen.
Die wichtigsten Schwerpunkte für eine digitale Zukunft
- KI schneller nutzbar machen: Das Programm unterstützt den Zugang zu generativer KI in verschiedenen Bereichen wie dem Gesundheitswesen und der Industrie. Es fördert Testumgebungen wie "virtuelle Welten", die reale Anwendungen simulieren, und bereitet den Weg für die "AI Factories"-Initiative, die modernste KI-Technologien für den öffentlichen und privaten Sektor bereitstellen soll.
- Cybersicherheit stärken: Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen und Cyberbedrohungen plant die EU die Einrichtung einer EU-Cybersicherheitsreserve. Unterstützt werden auch Plattformen wie das zentrale Meldesystem im Rahmen des Cyber Resilience Act, um kritische Infrastrukturen – z. B. Krankenhäuser oder Unterseekabel – zu schützen.
- Digitale Kompetenzen und Innovation fördern: Das Programm stärkt das Netzwerk der Europäischen Digitalen Innovationszentren (EDIHs), die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie öffentlichen Einrichtungen Beratung und Schulungen anbieten. Zudem werden neue Akademien in zukunftsträchtigen Bereichen wie Quantentechnologien, generativer KI, Halbleitern und virtuellen Welten gegründet, um dem wachsenden Bedarf an Fachkräften gerecht zu werden.
- Ausbau der Initiative "Destination Earth": Diese Initiative entwickelt ein digitales Modell der Erde, um bei der Anpassung an den Klimawandel und beim Katastrophenmanagement zu helfen. Neue Mittel sollen die Rechenleistung verbessern und mehr Forschenden Zugang ermöglichen.
- Ausbau der digitalen Bildung: Die EU wird Bildungseinrichtungen unterstützen, ihre Kapazitäten im Bereich digitaler Fähigkeiten auszubauen, um Talente anzuziehen und die digitale Fachkompetenz der europäischen Arbeitskräfte zu stärken.
- Förderung der EU-Digitalen Identitäts-Wallet: Die Kommission will den Ausbau der Architektur für die EU-Digitale Identität vorantreiben und ihre Nutzung in den Mitgliedstaaten fördern.
Zusätzlich wird die neue Plattform für Strategische Technologien in Europa (STEP) innovative Projekte durch ein STEP-Gütesiegel kennzeichnen, das ihre Chancen auf Fördermittel erhöht.
Aufbau auf bisherigen Erfolgen
Dieses Arbeitsprogramm setzt nicht nur auf neue Initiativen, sondern baut auch auf früheren Maßnahmen auf. Projekte wie gemeinsame branchenspezifische Datenräume oder digitale Zwillinge werden nun aus der Planungsphase in die Umsetzung gebracht, um langfristig eine nachhaltige digitale Infrastruktur in Europa zu sichern.
Es unterstützt damit auch die Ziele des Digitalen Kompasses 2030 und den Weg in die digitale Dekade. Ziel ist ein Europa, das digitale Exzellenz und technologische Souveränität vereint.
Blick in die Zukunft
Die nächsten Ausschreibungen im Rahmen von DIGITAL werden voraussichtlich im April 2025 starten. Sie eröffnen Unternehmen, Verwaltungen und teilnehmenden Ländern (EU-Mitglieder, EFTA/EEA-Staaten und weitere) die Möglichkeit, von dieser einmaligen Investition zu profitieren.
Außerdem plant die EU-Kommission einen Informationstag, um über die neuen Fördermöglichkeiten und strategischen Ziele des Programms zu informieren.
Dieser Beitrag beruht auf einem Artikel von Laia Güell Paule, der auf der Europäischen Plattform für Digitale Skills und Jobs am 28. März 2025 erstveröffentlicht wurde.